Staubig heißer Großstadtlärm trifft auf verklärt mystische Meeresstille. Berlin und Nordsee – das geht nicht, denkt man. Geht aber doch.

Während die kleinen Schönheiten des Berliner Hinterhofalltags sanft an unserer Seele kratzen wie das geliebte Knistern alten Vinyls, tropft uns im nächsten Moment schon die große, nordseeberauschte Liebeslust mit zärtlich schmerzender Stimme ans Ohr. Und wir balancieren auf der Kante zwischen bedingungsloser Heimatliebe und kopflosem Fernweh. Eine Gratwanderung, die zerbrechlich macht. Und stark.

Wir laufen stets Gefahr, zur einen oder anderen Seite zu kippen und dabei ganz tief nach oben zu fallen. Wenn wir das zulassen, schweben wir auf bittersüßen Wortkreationen dahin, getragen von einem solide gereiften Soundbett, beflügelt von einer kindlich verspielten Geräuschwürze.

Keine Ahnung, was uns das am Ende beschert. Meistens die wohlbekannte Realität des Scheiterns. Als Zugabe Kreativität und eine Portion Augenzwinkern für den Neuanfang und die Erkenntnis, dass wir alle kleine Könige sind. Wenn auch ohne Königreich. Oder eben mit einem ganz kleinen. Macht aber nichts.

Liebe und Leidenschaft stecken in dieser Musik, ganz viel Donnerstag und eine Unendlichkeit von Zuversicht: BoJoZeRo.

BoJoZeRo sind:

Bonus J. Jarrettlead vocals, keyboard, acoustic guitar
Joachim Struck electric/acoustic guitar, backing vocals
Serge Demolièrebass, backing vocals
Robin Weinemdrums, percussion, backing vocals